Kakteenseite

so begann einmal alles…

Das Internet habe ich irgendwann 1992 kennengelernt. Ein Terminal, mit dem man auf einen anderen Rechner kam und dort Nachrichten von anderen Leuten lesen konnte oder Programme in endlosen Sitzungen herunterladen konnte. Dann, irgendwann 1993, kam etwas höchst erstaunliches. Noch vor Google, noch vor Yahoo, noch vor Mozilla, noch vor AOL, und sogar noch vor Netscape. Der Browser hieß Mosaic und es war phänomenal – man hat etwas auf dem Bildschirm gelesen – wie eine Zeitung, dann kam ein farbig markiertes Wort und wenn man draufgeklickt hat, erschien plötzlich ein ganz anderer Text. Oder ein Bild wurde größer. Faszinierend. Es dauerte nicht sehr lange und wir haben selbst solche tollen Seiten geschrieben. Dann kam Netscape, Tabellen, wow, farbige Tabellen, wow. So ging es immer weiter. Und es war damals üblich, einen Benutzeraccount mit der Möglichkeit einer eigenen Homepage einzurichten. Doch was schreibt man auf einer solchen Homepage? Man stellt sich vor, schreibt über Interessen und bietet Informationen an, die man für wichtig hält. Das war damals hauptsächlich meine Leidenschaft für Kakteen. Ich saß im Zug und habe aufgeschrieben, was mir dazu einfiel, von dem ich dachte, daß es auch andere interessieren könnte. Im Grunde ist es heutzutage nicht anders. Nur daß es nun eine fast unendlich scheinende eigene Welt geworden ist und einen wesentlich bedeutenderen Teil unserer Zeit beansprucht.

Meine ersten beiden Kakteen habe ich 1978 erhalten. Zwei Echinopsis Hybriden, kleine Senker (Kindel), nicht größer als eine Kirsche. Diese beiden habe ich noch immer. Viele andere, die nach und nach hinzugekommen sind, teils klein gekauft oder als Senker geschenkt bekommen, teils selbst ausgesät, sind im Laufe der Jahre verstorben. Sie haben meine vielen Umzüge nicht überstanden. Hauptsächlich scheiterte es immer an der geeigneten Überwinterungsmöglichkeit. Mein schmerzlichster Verlust war eine zwanzig Jahre alte Königin der Nacht. Sie kam völlig blaß und mit leuchtend orangen Flecken aus dem Winterquartier und vertrocknete dann. Dafür habe ich einen mindestens 60 Jahre alten Weihnachtskaktus meiner Oma, der bereits zwei „Mordversuche“ überstanden hat. Mir wurde erzählt, daß er nach dem Krieg auf dem Mistberg landete, aber irgendwann wieder ins Haus geholt wurde, weil er einfach nicht eingehen wollte. Den gleichen Überlebenswillen mußte er Jahrzehnte später noch einmal zeigen. Absichtlich dem Frost ausgesetzt, überstand er doch den Winter und im darauffolgenden Frühjahr konnte ich ihn endlich in meine „Obhut“ nehmen. Inwzischen hat er sich fast komplett regeneriert und blüht jedes Jahr – wenn auch nicht immer pünktlich. (Bei dieser „Aktion“ verstarben bis auf zwei Sprengerien praktisch alle Zimmerpflanzen meiner Oma. Darunter war auch die ca. 60 cm hohe Mutter meiner beiden Echinopsis Hybriden. Wirklich schade.)

Nun sind meine Kakteen, alte wie neue, auch ganz neue, die ich inzwischen wieder aussäe, genau wie ich im Garten angekommen.

Da ich keine „eigene Homepage“ besitze und mir ziemlich sicher bin, daß ich nicht auch noch einen „Kakteenblog“ eröffnen werde, hinterlege ich hier meinen Text meiner alten „Kakteenseiten“. (Denn bei Archive.org – ganz früher noch Alexa.com – gibt es die Seiten leider nicht mehr)

… (kommt noch)

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